Konzept: Thematischer Hintergrund

Einige Personen stehen vor dem teilweise zerstörten Gutshaus. Schnee bedeckt die Trümmer.

Das Archiv verschwundener Orte dokumentiert erstmals umfassend alle bergbaubedingten Ortsabbrüche und Umsiedlungen in der Lausitz. Ortsabbruch Sorno (sorbisch: Žarnow ) 1971. Gutshaus.
Fotograf: Willy Haensel (†)

Das Archiv verschwundener Orte dokumentiert mit seiner Dauerausstellung erstmals in umfangreicher und origineller Form ein wichtiges Kapitel der Lausitzer Zeitgeschichte: Denn die Ortsabbrüche und Umsiedlungen gehören zu den folgenreichsten Begleiterscheinungen des Braunkohlenbergbaus.
Insgesamt 136 Orte oder Ortsteile und über 25000 Menschen mussten seit 1924 dem Bergbau weichen. Bemerkenswerterweise wurde dieses Thema bislang kaum umfassend bzw. nur am Rande museal präsentiert.
Obwohl die größte Zahl der Ortsabbrüche und Umsiedlungen in der Lausitz in die Zeit der DDR fiel, wurden Ausmaß und Folgen in der Öffentlichkeit weitgehend tabuisiert. Nach der politischen Wende 1989 erfuhr das öffentliche Interesse am Thema zwar eine deutliche Konjunktur, dennoch blieb - abgesehen von kleineren Ausstellungen regionaler Heimatmuseen oder Heimatvereine - eine umfassende museale Präsentation aus.

Konzeptionelles Ziel des Archivs verschwundener Orte ist daher die systematische Sammlung, Materialerfassung und wissenschaftliche Aufarbeitung zum Thema "Ortsabbrüche und Umsiedlungen im Lausitzer Braunkohlenrevier". Die gewonnenen Ergebnisse werden der Öffentlichkeit in einer Dauerausstellung zugänglich gemacht.